Günter Wirth
Günter Wirth

Mural Graffitis

Ortega y Gasset, Stuttgart 1978:  "Die Vertreibung des Menschen aus der Kunst".

 

"... Das  >>Veständnis<<  eines Kunstwerkes läßt Kunst in den Augen vieler Menschen volksfern, ja sogar volksfeindlich sein, einfach deshalb, weil es das Publikum einteilt.  In solche, die  >>verstehen<<  (oder angeben, daß sie verstehen), und in andere, die eben  >> nicht verstehen<< ! ..."  

 

 

Harry Hempel, Granollers/Barcelona, 29.9.1995:

 

"... Das Neue an seiner konkreten Kunst ist die Dialektik: Dem rechten Winkel des konstuktivistischen Bildaufbaus werden expressive, realistische Bildelemente oder Bilder anderer Künstler hinzugefügt. "Aus Kunst wird Kunst und daraus wieder Kunst", notiert Günter Wirth.

 

1995 beginnt Wirth mit drei neuen Serien von Collagen:  "Berlin´Faded Signs", "Berlin Wall Paintings" und "Berlin´s Mural Graffiti", eine Zusammenarbeit mit den Graffiti-Zeichnern Gloom und Squier. Die Arbeiten werden erstmalig während der Reichstagsverhüllung von Christo und Jeanne-Claude in der Galerie Waszkowiak Berlin gezeigt."

 

 

Nadine A. Pantano, Lakeland/Fl., 25.4.1997:  "Günter Wirth - Constuctive Balance".

 

"...  Viele Arbeiten dieser letzten Periode sind Collagen, die die Prämisse des Künstlers "Out of Art Comes Art" illustrieren, daß aus Kunst Kunst wird. Wirth beschreibt seine Technik wie folgt: "Ich stoße auf einen Druck, der mich anspricht. Vom Foto dieses Originals wird über vier Lithographien ein Druck hergestellt. Diesen Druck bearbeite ich, zerschneide ihn, ziehe ein Detail heraus. Diesen Ausschnitt kombiniere ich sodann mit einer meiner Originalarbeiten; ein neues Werk ist geboren."  Somit basiert die Kreation einer neuen Arbeit buchstäblich auf der Vernichtung einer anderen.

 

Diese Beziehung zwischen Zerstörung und Neuschöpfung ist ebenso in den "Berlin Wall Series" augenscheinlich. Die Berliner Mauer wurde 1989 niedergerissen und, als geborener Berliner, wurde Wirth inspiriert, eine Serie von Arbeiten herzustellen, in denen seine Rechteck-Signatur gegen den Hintergrund eines des wohl berühmtesten Symbols der Mauer stößt, das mit Graffiti bedeckte Schild "You are leaving the American sector", und gegen Hintergründe, die sich den Graffiti nähern, die die Mauer selbst bedeckten. Ebenso ist die Vergangenheit der Stadt in den "Berlin´s Faded Signs Series" aufgerufen; doch findet sich dort ein Hauch von Nostalgie für Vergangenes, im Gegensatz zu den durch die Mauer heraufbeschworenen frostigen Erinnerungen. Die fades signs, die verblichenen Werbungen, inserieren Eier, Butter und Käse (Eier, Collage No.519) oder altmodische Kleidungsstücke wie (Mütze, Collage No.521), sie erinnern an das gewöhnliche Alltagsleben lieber als an die Gravitäten der Politik."

 

 

Maren Kroneck, Saalfeld, 27.9.1997:

 

"... Wirth nutzt auch vorgegebenes Bildmaterial, etwa die Aquarelle seines Künstlerkollegen Peter Schmiedel oder Abbildungen der Graffiti-Zeichner Gloom und Squier oder Detailaufnahmen der Berliner Mauer oder eigene Grafiken. So erweitet er seine streng projektierten  Bildkonstruktionen auf individuelle, subjektive Weise. Dabei kontert er alles  Abbildhafte, Figürliche oder Situative mittels aufgesetzter gekippter Rechtecke...

 

... Mit den Erfahrunen der modernen Kunst, technischer Raffinesse und künstlerischer Kosequenz het er damit den Konstruktivismus um eine interessante Variante bereichert."