Günter Wirth
Günter Wirth

2010: Neapel, Das letzte Mal***

Jan (32) mit seinen Vater Günter Wirth (78) in Napel

 

Günter Wirth ist mit seinem ältesten Sohn Jussuf ´Juppi´ Wirth, einem Flugzeugnarr, mehrere Jahre lang zu den Flugzeugschauen in Duxford (Südengland) gefahren. Nun wollte er einmal eine Reise mit seinem jüngsten Sohn Jan-Pfillip  unternehmen. Er fragte ihn, wohin er denn mal gerne wolle. Nach Neapel, sagte er zu seiner größten Verwunderung. Jan hatte soviel über seines Vaters zweite Heimat gehört, sodaß er sie einmal kennen lernen wolle. 

 

 

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Der Trip  nach Neapel  ging viel zu schnell dem Ende zu.  Leider hatte die Rückkehr  zum Bahnhof von Neapel  noch ein böses Ende. Der Bus war gerammelt voll, die Passagiere standen so dicht gefrängt, daß keiner umfallen konnte, aber auch nicht senkrecht stehen konnte. Günter stand so schräg eingeklemmt  und war froh  als der Bus endlich  auf dem Platz vor dem Bahnhof zm Stehen kam.  Er stieg mit Jan aus und sofort kamen zwei stonzi (Scheißkerle) auf uns zu, zeigte zwei Kärtchen, die offensichtich keine Polizeiausweie

waren und verlangten  die Busfahrkarten zu sehen.  Jan und Günter hatten keine,  woher auch?  Fahrscheine gibt es in Neapel nur in

staatlichen Tabakgeschäften  und die konnte man in der Eile  nicht finden. Man forderte  von uns Strafgebühren. Wir hätten Laut nach der Polizei rufen können,  aber die war  in dem Menschengewühl  nicht zu finden.  Außerdem waren wir in Eile,  wollten den Zug nicht verpassen.  Nach langem Palaver  verringerte sich die Strafgebür zusehens,  Günter kramte  in seinen Taschen  und  händigte  ihnen alles was er noch hatte aus. Sie ließen uns laufen, hatten sich wohl mehr von den blöden Touristen versprochen.

 

Im Bahnhof  war bis zur Abfahrt des Zuges  nach Rom  noch etwas Zeit. Günter setzte sich  auf eine Bank, um sich von dem Schreck und Ärger zu erholen.  Jan ging zum Kiosk  und bekam für seine paar Kröten  zwei Baguettes mit Tomaten und Salat. Sie waren groß und so  sperrig, daß er seins nicht  in den Mund passte. Er knapperte drum herum und dabei verlor er einen Zahn aus der Prothese. Er wurde wütend,  ergriff den losen Zahn und warf ihn hinter sich. Jan blieb kühl,  suchte ihn,  hob ihn auf und gab ihn seinem Vater, der den Zahn in ein Taschtuch legte und in die Hosentasche steckte. 

 

ENDE (fertiggestellt am 26.7.2018)