Günter Wirth
Günter Wirth

1992: Grand Palais Paris SAGA***

Am 4.3.1992 hatte Günter Wirth eine Ausstellung im Grand Palas in Paris. Zur Eröffnung hatte er sich mit seinem Freund David Azuz,

einem  in Paris lebenden israelischen Künstler  und seinem  Großcousin Heman Sager,  einem in Paris lebenden  indischen Designer

zur Eröffnung verabredet. Da er eine Stunde vor der Eröffnung vor dem Eingangstor war, ging er noch schräg gegenüber in ein Bistro in den Champs Elysees um zu Frühstücken. Zum Frühsrück trank er ein Glas Wein. Als er ein zweites haben wollte, sagte der Kellner

"Ohne Essen kein Wein". Das horte  ein Herr am Nebentisch  und empörte sich  beim Ober,  wie man  einen Ausländer  so behandeln könne.

 

Zu Dritt  gingen sie dann in die Ausstellungshallen.  Die Mappe mit den TAILS hing sehr schön,  machte aber  bei den beiden Herrren keinen besonderen Eindruck. Die Aibeiten waren nicht einzeln zu erwerben.und konnten nicht gerollt werdebn. Man mußte die ganze Mappe kaufen und da überlegten sich viele,  ob sie sich  mit der unhandlichen Mappe abgeben sollten. (Siehe Bild 13 -Ausstellungen unter Zeitzeugen!) 

 

Günter Wirth hatte bei seinen ersten Aufenthalten immer im Montmartre in der Nähe des Place Blanche gwohnt, wo sein Großcousin Heman Sager mit seinem Lebensgefärten wohnte. Als er das erste Mal ihn besuchte, wunderte er sich über dessen Wortkargheit. Er

war Franzose und konnte kaum Deutsch. Stattdessen putzte er unentwegt an den Gittern der Wohnung. Sein Cousin war der jüngste Modeschöpfer in Paris und hatte sich bereits als Designer einen Namen gemacht. Er erzählte Günter von seiner Arbeit und besuchte

mit ihm seine kleine Boutique in der Nähe des Pariser Gefängnisses. In ihr bot er Mode Accessoires an  und suchte nach einem klei- nen Geschenk  für Ingrid Wirth. Als Günter Wirth  in einem anderen Jahr  in Paris war,  besichtigte er seine Faktur  und Ausstellungs- 

räume und begutachtete die Wandmalereien. Seine Bilder hätte er lieber an de unn Wänden gesehen!  

 

David Azuz  war der Benjamin  der Israelischen Künstler  und wurde irgendwann 1942 in Tel-Aviv geboren.  1961 kam er nach Berlin

und stellte sich 1962 bei Günter Wirth in dessen Galerie Wirth Berlin vor.  Wirth war von ihm als Mensch und von seinen Arbeiten be-

geistert.  Er zeigte  gro0formatige Federzeichnungen  auf DIN-A-2  mit Szenen  spanischer Stierkämpfer.  Wirth machte mit ihm  eine 

Ausstellung aus  und entwarf  ein schönes Ausstellungsplakat.  Ferner suchte er 4  Zeichnungen aus  und ließ alles  bei Rotaprint im  Wedding in einer Auflage zu je 30 Exemplaren drucken. 

 

Zu der Eröffnung  kam seine deutsche Frau aus Elmshorn mit ihrer Tochter Jasnin (5), Frau Dr. Lucie Schauer vom Feiilleton der Zei-

ung "Die Welt" und die jüdische Presse in Berlin. Sie war ein Erfolg.

 

David Azuz  hat nur kurze Zeit in Elmshorn gewohnt.  Er siedelte ganz nach Paris um.  Als Ingrid und Günter sie in Elmshorn besuch- ten und eine Woche bei ihr wohnten, konnte er David verstehen. Aber David hatte Andenken hinterlassen. Eine zerbrochene Scheibe eines Fensters  war nicht etwa repariert,  sondern  der Sprung  nur mit Tesafilm überklebt.  Die Bettdecke  hatte mehrere  Löcher und Risse, aber nicht zugenäht oder gestopft, sondern mit Uhu zugeklebt.  Sie schenkte ihnen ein in Tel-Aviv gemaltes Leinwandbild, das  an Tapis erinnerte  und mehrere Picasso ähnliche Zeichnungen,  die ebenfalls in Israel entstanden waren.  Zwischen  1963 und 1966 hat ihn Günter Wirth in fünf Gruppenausstellungen präsentiert (sie sind in Serge Moscocici  ´ David Azuz - Aquarelles ´belegt). Leider blieb  diese Art  zu arbeiten  bei  David Azuz  einmalig.  Berets  seine  letzte Ausstellung ´ Azuz -  Neue Figurationen aus Paris ´ vom 17.121965 - 5.1.1966 zegte seine Hinwendung zur Figürlichen Kunst. 

 

Von  Davids Entwicklung  in Paris  war Günter Wirth enttäuscht.  Er machte jetzt  Gouachen und Ölbilde  mit Kaffehaus-Szenen  und

und Speisekarten mit seinen Bildern für Restaurants.  Er wurde  der Toulouse Lautrec  der neuen Zeit.  Seine Galerie  bezahlte seine Miete und seinen Lebensunterhalt, seine ständigen Taxifahrten und Kaffehausbesuche. Auch bei Fahrten zusammen mit Heman und Günter bezahlte er nie.

 

(Siehe ROGALLERIE.com, Günter Wirth Galerist bei Wikiwand 1963-1966, und  1991: David Azuz-Wirth bei Zeitzeugen, und Azuz-Wirth bei Zeitzeugen).).

 

David hatte seine Tochter Jasmin mit nach Paris genommen. Seine Frau kam vorübergehend zu Ingrid und Günter in die Galerie und

bezog die Mädchenkammer  bis ihr Helgas Vater Otto Wirth, ein Häuserveralter und Makler  ein leerstehendes und  als Müllhalde be- 

nutztes kleines Häuschen, eingeklemmt zwischen zwei  Wilmersdorfer Mietshäuser zuwies, das Frau Azuz entrümpelte und wohnlich herrichtete. Als es fertig war, besuchte David sie für eine Woche, dann ging er zurück nach Paris. Jasmin muß wohl in Paris nicht ge-

heiratet haben.  Ihre Adresse fand Günter Wirth im Telefonbuch. Es war die der Militärakademie. Die Tore waren immer geschlossen. Einen Eingang fand Günter Wirth nicht. Mit David hat er nicht über sie gesprochen.   

                                                              

ENDE  (Fertiggestellt am 5.1.2019).