Günter Wirth
Günter Wirth

1961: David Azuz ***

Als es  währen der Ausstellung  an der Wohnungstür klingelt  steht ein Mann  mit wildem schwarzen Haarschopf  und einer  Zeichen-mappe unter dem Arm.  Es war David Azuz, ein Israeli,  in Israel als Benjamin der Israelitischen Künstler bekannt.  Er hatte eine Frau aus Elmshorn geheiratet und eine kleine Tochter Jasmin.  Sie wohnten drei Jahre in Elms horn,  dann zug er nach seiner Ausstellung

in der Galerie Wirth Berlin mit Jasmin nach Paris.

 

In der Mape hat er im Format  DIN-A-2 Tuschzeichnungen  von fast informellen Stierkämpfen. Sie machen eine sofortige Ausstellung aus.  David tuscht und zeichnet  auf dem Balkon der Wohnung auf  Pergamentpapier einige Stierkampf- Szenen.  Günter Wirth sucht

4 Arbeiten aus und macht einen Plakatentwurf.  Dann läßt er bei Rotaprint im Wedding  100 Plakate drucken und die vier ausgesuch- ten Szenen  mit je 30 Exemplaren.

 

Zur Vernissage kommt Frau Azuz,  seine in Elmshorn geborene  deutsche Frau mit ihrer Tochter (5) nach Berlin. Von der Presse der  WELT kommt  Frau Lucie Schauer,  die noch unverheiratet ist,  und die  Jüdische Allgemeine Zeittung Berlins . Während  David nach der Ausstellungseröffnung  mit seiner Tochter nach Paris fährt, wo auf ihn.sein  jjüdischer Galerist wartet, möchte Frau  Azuz noch in Berlin bleiben.  Günters Onkel Otto Wirth, ein Grundstücks- und Häuserverwalter bietet ihr ein kleines geschoßloses und leer stehen- des,  nur mit Schutt  und Gerümpel  gefülltes Häuschen,  eingeklemmt   zwischen zwei großen Wohnhäusern  in Wilmersdorf an.  Sie stimmt freudig zu,  entrümpelt es und macht es wohnlich. Sie wohnt ein paar Jahre dort und als es abgerissen wurde,  siedelte sie zu Günter Wirth iin die Galerie um  und wohnte in  dem halben Zimmer,  der sogenannten Mädchenkammer.

 

Als  Frau Azuz für einige Tag e in ihrer alten Elnshorner Wohnung allein war, besuchten Dagmar und Günter sie dort David  hatte der

Wohnung seinen Stempel aufgedrückt.  In dem Zimmer, wo sie übernachteten,  war eine zerbrochene Fensterscheibe nicht repariert, sondern nur mit  Tesafilm überklebt  und die Bettdecke  mit vielen Löchern  nicht gestopft,  sondern mit Uhu einfach zugeklebt. David änderte in Paris sein Werk  zu einem figürlichen Malen von Szenen in Kneipen oder Restaurants, ähnlich Toulouse-Loutrec. Er wurde in  Paris stadtbekannt,  fuhr immer ohne bezahlen  zu müssen  Taxi  und hatte kostenfreies Essen  in den Restaurants. Seine Galerie

zahlte alles.

 

Er  revanchierte sich   mit Drucken  von Einladungs-  und Speisekarten. Für alles andere sorgte  seine Galerie.  Er brauchte  sich  um nichts zu kümmern  und hatte nie Geld bei sich. Er hatte auf einem Boulevard eine große Wohnung, vollgestopft mit Möbel und vielen Bildern.  Günter Wirth wohnte jedes Mal wenn er in Paris war, bei ihm.

 

Als Günter Wirth im Grand Palais an den Champs Elysees durch Michael Schulz seine Tails-Bilder ausstellte  und noch vor der Eröff- nung da war,  setzte er sich  zum Frühstück  in ein Restaurant   auf den Champs Elysees  um zu Frühstücken  und  trank dazu  einen Rotwein.  Als er  ein zweites Glas wollte,  versagte der Ober  es ihm  und sagte zu ihm,  daß es ohne Essen  keinen Wein gäbe.  Das hörte ein am Nebentisch sitzender Franzose und machte einen fürchterlichen Krach, wie man einen Ausländer, der gerade gegessen hat,   so behandeln könne.

 

Zur Eröffnung der Ausstellung kamen  David Azuz  und Günter´s damals  in Paris lebender Neffe  Heman Sagar, ein Mode-Schöpfer. Sie sahen sich zu Dritt die Ausstellung im Palais an,. gefallen haben ihnen Günter´s Bilder wohl nicht.

 

Von  Jasmin  hatte Günter Wirth  im Internet  die Adresse gefunden,  aber als er  zweimal   davor stand   und das Gittertor  vor  einem Mitiärkomplex  immer  ohne jeden Hinweis  geschlossen vorfand,  hat er es aufgegeben.  Warum er David  nicht dazu fragte,  weiß er

heute nicht mehr.

 

ENDE (Bearbeitet und fertiggestellt am 17.2.2019***.

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