Günter Wirth
Günter Wirth

1958: PH Berlin***

Die Pädagogische Hochschule hatte zwei Abteilungen. Abteilung 1 war für Grundschullerer, die nach ihrem Abitur dort studierten und mit ca. 21 Jahren  in den Schuldienst gingen.   Abteilung 2   war für Gewerbelehrer.  Man wurde aber dort erst zugelassen, wenn man entweder  eine Meisterprüfung abgeschlossen  und wenigstens 5 Jahre als Meister in einem Gewerbe gearbeitet hatte  oder eben ein Ingenierstudium  mit   Diplom  als Ingenieur  (Elektro-Ing. Maschinenbau-Ing., oder  wie   Günter Wirth  Bau-Ing.) erlangte.  Ein Abitur war nicht erforderlich. Man konnte also frühederstens mit 16 plus 3 Jahre Lehre plus 5 Jahre Geselle und 5 Jahre Meister, also mit 29 Jahren oder als Diplomingenieur ein Studium an der PH beginnen.

 

Ein Dozent der Ingenieurschule der ihn wie alle an der Schule als ´chief´ kannten und ihn zum Teil auch so ansprachen, war auch als

Professor an der PH (Pädagogische Hochschule)  in der Abteilung II (für Gewerbelehrer)  beschäftigt.  Er kannte Wirth´s  Ambitionen

und ret ihm, doch an die PH zu kommen,  dort weiter zu studieren   und Lehrer zu werden.  Als solcher  hätte er  jedes Jahr 3 Monate Ferien und somit mehr Zeit für seine Kunst und Reisen. Als sich ein Kollege bei ihm beschwerte, weil Wirth alles klein schrieb und auf

seinen Bauzeichnungen Querschnitt mit kv statt mit Qu schrieb, belehrte er ihn, daß wir in Deutschland kein Dictionary haben und der

Duden lediglich ein Privatunternehmen sei und daß chief als Integrierte Persönlichkeit schreiben könne wie er wolle.

 

An der PH wurde für die Zulassung zur Abteilung II für Gewerbelehrer  kein Abitur verlangt.  Man mußte lediglich  mit 16 abgegangen,

eine 3 jährige Lehre in einem Bauberuf machen und als Geselle abschließen,  dann nach 5 Jahren Gesellentätigkeit  eine Prüfung als

Meister ablegen und mit 24 oder 25  das Studium beginnen und somit erst mit 28 in den Gewerbeschuldienst übernommen werden.

 

Da  Günter Wirth  als  fertiger  Diplom-Tiefbau-Ingenieur  zur Abteilung II   der PH  kam,  konnte er bereits  nach kürzester Zeit  mit 29 Jahren mit dem Studium zum Gewerbe- und Gewerbeoberlehrer beginnen.

 

Günter Wirth  kam zur ersten Vorlesung an der PH kam,  unterbrach der Professor, der Günter Wirth ja schon  von der Ingnieurschule her kannte  und ihm damals  geraten hatte  noch ein weiteres Studium an der PH zu machen,  die Vorlesung  und fragte: "chief, warst Du schon bei Leubl? "  "Wer ist " Leubl ?  "Es ist der Direktor der Berufsschule in der  Allerbecker Straße in Berlin-Gesundbrunnen. Er braucht dich!"

 

Er meldete sich bei ihm und wurde sofort bereits noch als Student sofort mit Vertrag eingestellt. Er mußte jeden Donnerstag 4x90

Minuten in Deutsch, Mathematik, Fachzeichnen und Gemeinschaftskunde unterrichten. Das gab wenigstens ein paar Mark. Nach den

vier Unterrichtsstunden fuhr er zu seiner ostberliner Freundin Helga Kulicke.

 

Ander Berugsschule bekam er  einen Vertrag für die Unterrichtung an jedem Donnerstag  4x90 Minuten in 

Mathematilk, Fachzeichnen, Deutsch

und Gemeinschaftskunde. Das gab wenigstens etwas Geld. Er übernahm an der  Berufsschule für Bauhandwerker  in der Allerbecker Straße  in Berlin-Gesundbrunnen  die neue Steinsetzer-Klasse  und führte sie von Anfang an fünf Semester lang. Als die Klasse dann im  6ten Lehrjahr zur Gesellenprüfung geführt werden solte, wurde dem Schulamt der neu ernannte Oberstudienrat zu teuer und man entließ ihn,  obwohl er angeboten hatte,  die Klasse bis zur Prüfung unentgeldlich weiter zu führen,  was aber das Schulamt  ohne auf

die Schüler  Rücksicht zu nehmen,  ablehnte. Das Nachsehen hatten die Schüler, die nach drei Jahren  kurz vor der  bevorstehenden Gesellenprüfung einen neuen Lehrer bekamen.  Wen eigentlich?  Es gab ja keinen.  Aber das war dem Schulamt egal.

 

Günter Wirth   hatte also jeden Donnerstag fünf Stunden Unterricht  und hatte ab16 Uhr frei.  Er nutzte die Freizeit  und fuhr zu seiner ostberliner Freundin Helga, wenn nicht gerade der Fahrer des norwegischen Genarals Collin ihn abholte.

 

Die Gewerbeoberlehrer  bekamen später  ihr Diplom als  Gewerbe- und Gewerbeoberlehrer,  was später  in Gewerbe-Oberstudienrat

mit Diplom umbenannt wurde. Günter Wirth  war in der ersten Vorlesung an der PH,  als der Professor, der Günter Wirth ja schon von der Ingnieurschule her kannte  und ihm damals  geraten hatte, nach dem Examen noch an die PH zukommen und Lehrer zu werden, so hätte er duch die drei Monate Sommerferien viel Zeit für seine Auslndsreisen   

 

Die Pädagogische Hochschule hatte zwei Abteilungen. Abteilung 1 war für Grundschullerer, die nach ihrem Abitur dort studierten und mit ca. 21 Jahren  in den Schuldienst gingen.  Abteilung 2  war für Gewerbelehrer.  Man wurde aber dort erst zugelassen,  wenn man entweder  eine Meisterprüfung hatte  und wenigstens 5 Jahre  als Geselle in einem Arbeitsberuf   gearbeitet hatte oder eben ein wei-

ters Ingenierstudium mit  Diplom  als Ingenieur (Elektro-Ing., Maschinenbau-Ing, oder wie Günter Wirth Bau-Ing.) erlangte.  Ein Abitur war nicht erforderlich.  Man konnte also  frühestens mit 16  plus 3 Jahre Lehre  plus 5 Jahre Geselle und Meister-Prüfung mit 24 oder 25 das Studium beginnen  und somit erst mit 28  in den Gewerbeschuldienst  übernommen werden.  Günter Wirth war 28, als er sein Diplom als Gewerbe- und Gewerbeoberlehrer bekam, was später in Gewerbe-Oberstudienrat mit Diplom umbenannt wurde. 

 

Günter Wirth erinnert sich. Als er  als Steinsetzlerlehrling  an der Berufsschule  für das Bauhandwerk  in der  Allerbecker Straße  zum Unterricht ging,  gab es keinen Lehrer,  der gelernter Steinsetzer war.  Sein Lehrer  war ein Polizist,  der die Steinsetzerklasse  unter-richten mußte.  Günter Wirth  bewundert diesen Mann  noch heute. Jeden Donnnerstag, Woche für Woche, täglich 8 Schulstunden in vier Fächern: Deutsch, Gemeinschaftskunde, Mathematik und eben Steinsetzer-Kenntnis. Und er ließ  in jeder einzelnen Stunde eine schriftliche Arbeit  anfertigen.  Diese Korrekturarbeit !  Günter Wirth  hat später an der Lohschmidt-Oberschule versucht es ihm gleich

zu tun. . 

 

An der Berufsschule rechnete man in Mathematik mit 4stelligen Logarithmen. Günter Wirth saß in der letzten Reihe und benutzte eine

14stellige  Logarithmentafelel,  ein Geschenk   seines Vater  Heinrich Wirth,  der sie  als Unteroffizier  aus Frankreich  mitbrachte.  Die

Franzosen rechneten  den Kreisumfang  nicht mit 360 Grad,  sondern mit 400 Grad,  sodaß also der  Viertelkreis  bei ihnen  100 Grad hatte.

 

Günter Wirth bekam einen Vertrag für die Unterrichtung an jedem Donnerstag  4x90 Minuten in  Mathematilk, Fachzeichnen, Deutsch

und Gemeinschaftskunde. Das gab wenigstens etwas Geld. Er übernahm an der  Berufsschule für Bauhandwerker  in der Allerbecker Straße  in Berlin-Gesundbrunnen  die neue Steinsetzer-Klasse  und führte sie von Anfang an fünf Semester lang. Als die Klasse dann im  6ten Lehrjahr zur Gesellenprüfung geführt werden solte, wurde dem Schulamt der neu ernannte Oberstudienrat zu teuer und man entließ ihn,  obwohl er angeboten hatte,  die Klasse bis zur Prüfung unentgeldlich weiter zu führen,  was aber das Schulamt  ohne auf

die Schüler  Rücksicht zu nehmen,  ablehnte. Das Nachsehen hatten die Schüler, die nach drei Jahren  kurz vor der  bevorstehenden Gesellenprüfung einen neuen Lehrer bekamen.  Wen eigentlich?  Es gab ja keinen.  Aber das war dem Schulamt egal.

 

Günter Wirth   hatte also jeden Donnerstag fünf Stunden Unterricht  und hatte ab16 Uhr frei.  Er nutzte die Freizeit  und fuhr zu seiner ostberliner Freundin Helga, wenn nicht gerade der Fahrer des norwegischen Genarals Collin ihn abholte.

 

Als er  an der PH  sein Examen  gemacht hatte  und das Diplom  als Gewerbeoberlehrer  und  Oberstudienrat bekam,  fand er  keine

freie Stelle  und ging vorübergehend  als Tiefbauingenieur  zur Stadtentwässerung  in Schöneberg, danach brauchte  ihn eine Mittel-

schule in der  Graefestraße in Kreuzberg  zum Unterrichten von Schülern der Abgangsklasse in Mathematik und Kunst,  es gefiel ihm dort, er bekam sein volles Gehalt, das war weitaus mehr als der Rektor der Schule bekam. Ein nicht haltbarer Zustand. Er mußte also wieder gehen oder zum Lehrer zurückgestuft werden. 

 

Er bewarb sich erneut um eine Anstellung als Oberstudienrat.  Man bot ihm  die Berufsschule für die Postler  am  Checkpunkt Charlie als Lehrer für Geschichte und Erdkunde an, was er ablehnt.  Auch die Bootsbauerschule  auf der Insel Scharfenberg  lehnte er ab, da er nicht schwimmen konnte.

 

So kam er schließlich an die  Berufsschule für das Nahrungsgewerbe in der Pfalzburger Straße  in Wilmersdof, wo er als Mathematik- und  Dekorationlehrer  wieder nur  für zwei Jahre bleiben durfte.  Dann mußte er  als artfremder Lehrer  wieder gehen. Er hatte zu der Zeit eine Freundin, die als Mannnequin arbeitete und viel Geld verdiente. Sie .war eine aufregend gut aussehende Frau und holte ihn

nach  Schulende meistens ab. Sie bezahlte stets alle Unternehmungen mit Günter, auch die für gelegentliche Hotelzimmer.

 

Nach wenigen Tagen  an der Nahrungsgewerbe.Berufsschule  lernte er im Casaleon  seine erste Frau Dagmar Kinker kennen  (siehe

Bock 1961:  Casaleon !).

 

Als artfremder Bauingenieur mußte er nach zwei Jahren diese Schule verlassen und wurde an der einzigen Berufsschule Berlins, der Loschmidt-Oberschule, gebraucht, die für Schüler geschaffen wurde, die aus ihrer Grundschule bzw. der Hlfs-oder Sonderschule mit

16 ausgeschult wurden und keine Lehrstelle fanden,  aber nach dem Schulgesetz bis zu ihrem achtzehnten Lebensjahr schulpflichtig  waren. Damals waren es meistens Deutsche Schüler Berlins und noch keine mit ausländischem Hintergrund. 

 

Sie hatten im Keller des alten Schulgebäudes einen Laden für Getränke und einen kleinen Imbiß und durften im abgegrenzten Teil mit einem Fahrradständer,  rauchen.  Da der Ausbildungszustand  der Schüler  in Lesen, Schreiben und Rechnen  mehr als schlecht war, verlegte man sich auf Aufteilung  der Schüler  in Klassen.  Für die Jungen in  Holz, Metall und Elektro,  später auch  in Autofahren.  In

jedem Jahr fand ein Wechsel für die Bereiche vor. Die Mädchen haten füt Kochen, Nähen und allen weiteren Frauenberufen ihre ver-

schiedenen Klassen. Insgesamt waren an der Loschmidt-Oberschule 50 Männer und Frauen, die alle Oberstudienräte waren.

 

 

waren.nwohnung in Charlottenburg,  von seiner  im Ostsektor am Frankfurter Tor wohnenden Freundin Helga

olks- ohne Abschluß und Emigrantenkindern, um ihnen in verschidenen Werkstätten (Holz

Metall, Elektro) Handfertigkeiten beizubringen . Der Direktor war ein von Borsig übernommener Metallmeister, der bei der beginnen- den Auflösung von Borsig, der Schule vorgesetzt wurde. Er bewunderte Günter Wirth für seine schriftlichen Arbeiten, die er an der 

Berufsschule angenommen hatte.

 

Als Horn der Lohschmidt-Oberschule als Direktor vorgesetzt wurde,  hängte dieser an seine Zimmertür als Erstes ein Schild  mit der

 

BAUTELLE

 

Horn war Metallmeister bei Borsig und bei der beginnenden Auflösung von Borsig in Berlin wurde er an die Lohschmidt-Oberschule versetzt und sollte dort den Direktorposten übernehmedn. Als erstes hing er ein Schild an die Tür des Direktorzimmers mit der Aufschrift  `Direktor, Ingenieur Horn´. Günter Wirth als Oberstudienrat muß noch heute darüber lachen.

ENDE