Günter Wirth
Günter Wirth
1957: Günter Wirth Sicilia & Tunisia Tour

1997: Tunesien ***

1997 war Günter Wirth  durch Sizilien  bis zur Hafenstadt Trapani gekommen.  Hier passierte es,  daß sich seine Riemen  der rechten Sandale lösten  und er sich nur noch schleppend fortbewegen  konnte. Es war schon fast Nacht geworde, was bei den Breitengraden kein Wunder war. Ein vorüber kommender Herr, den er fragte, wandte sich an einen Zweiten,  der nahm Günter zwei Ecken weiter mit und   übergab ihn einem Dritten  und der führte ihn zu einem Schuster,   der in seiner geöffneten Garagen-Werkstall  beim Reparieren von Schuhen saß. Günter Wirth mußte sich erst mal setzen. Der Schuster sah sich die Sandale an und nähte die gerissenen Riemen.

Dann prüfte er noch die linke Sandale.  Er ließ sich unter keinen Umständen für seine Hilfestellung bezahlen.  Günter dankte ihm und begab sich in Richtung des Hafens.

 

Hinter dem Hafen von Trapani  erhebt sich ein großer und  steiler Berg,  der Monte Erice mit der  gleichnamigen Stadt Erice.  Von hier oben  hat man spektakulare Ausblicke  aüf die Umgebung  und die Hafenstadt  Trapani.  Erice ist seit vorgeschichtlicher Zeit bewohnt und hieß  in der Antike Eryx.  Mit Segesta und  Eutella  war sie  eine der 3 größten Städte  der Elymer  und die Bewohner  werden als Nachfahren der  Trojaner betrachtet, die sich nach dem Fall von Troja dahin geflüchtet hatten. Vom 6. bis 3. Jahrhundert v.Chr. wurde

Erice zu einer punischen Zitadelle  bis es 241 an die Römer fiel. Später kamen  die Araber und die  Normannen. Sie nanten den Berg Monte S.Giuliano und errichteten ein Kastell und die Stadttore.  Im Mittelalter kamen Kirchen und Klöster hinzu.

 

(Weiteres über Erice siehe Blog Erice ! )

1957: Sidi Khiar Eddine Mohamed, der Betreuer von Günter Wirth in Tunis
1957. Erice (Weiteres auf Blog Erice !)

Unten im Hafen von Trapani suchte sich Günter Wirth  ein Schiff, das ihn nach Afrika bringen sollte.  Er fand einen alten Frachter, der

nach Tunis fuhr und auch einige Passagiere mitnahm. Er heuerte an. Der Frachter fuhr Abends in Trapani ab und sollte am kommen-

den Tag in Tunis löschen.

 

Kaum hatte der Frachter  den Hafen vin Trapeni verlassen  und war im Mittekmeer  wurde das Meer  stürmisch und wild.  Die wenige 

Passagiere standen  sehr bald an der Reling  und fütterten  die Fische. Günter verzog sich in den Mittelteil des Schiffes und nach un-ten  in den großen Laderaum,  der nur mit einigen  Gepäckstücken belegt war  und  legte sich in der Mitte   zwischen zwei Kisten und 

seinen Kopf als Kopfkissen auf seine Aktentasche auf den Schiffsboden. Er überstand die Fahrt nach Tunis gut.

 

Die Einfahrt nach Tunis  ist lang und wegen Ebbe und Flut schwierig.  Der Frachter mußte lange Zeit  im Golf von Tunis ankern  bis er die Erlaunis  zur Einfahrt in Richtung des Hafens erhielt. 

 

1957: Stadt und Hafen von Traponi vom Monte Erice aus gesehen.

Dann ging es  in die lange Hafeneinfahrt, entlang einer Landzunge, auf der man den Triebwagen- und  Kraftfarzeugverkehr beobach-

ten konnte,  zum eigentlichen Hafen.  Das Schiff fand einen Anlegeplatz  und das Ausladen von  Waren und Passagieren begann. Am kai fand er einen der sich anbietenden Fremdenführer,  dem er beibrachte, was er gerne zu sehen Wünschte. Das waren die  Souks, 

die Altstadt,  die Kasbah,  Carthago  und das Weiße Künstlerdorf  Sidi Bou Side. .Der Fremdenführer  Sidi Khiar Eddine Muhamed

hörte sich alles an und machte sich eine Plan in seinen Kopf. 

 

Mit dem Begleiterter, der  alles in seinem Kopt registriert hatte, ging es zu Fuß,  mit einem Kleinbus oder dem Vorortzug los.  Günter Wirth konnte sich sich völlig auf ihn verlassen und brauchte sich um nichts zu kümmern.

 

Auf dem Weg zu den Souks  kamen sie am Palast von Bourgiba und weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei.  In den malerischen Souks lief er einen Meter voraus und rief ständig `Allemand, Allemand´. Das war notwendig, damit niemand in Günter einen verhaßten Fran- zosen vermutete. Gearde jetzt hatte man wieder ein Massengrab der Fremdenlegion gefunden und die Volksseele kochte heiß.

 

1957: Tunis, Place de la Kasbah
 
Danach ging es mit einen Kleinbus zu den Ruinen Carthagos. Ein erhebenis Gefühl, wenn man die Zeit zurück denkt.

 

1957: Karthago (Carthago)  ist ein Vorort von Tunis. Auf altgriechisch hieß es  Kapehed´en,  auf Etruskisch Qart-Hadast  Neue Stadt).

Im 2.Jahrhundert  v.Chr. wurde Karthago von den Römern zerstört  und von Galius Julius Caesar  neu hergerichtet  und stieg bis zum

Ende der Antike zu einer bedeutenden Großstadt auf.

 

1957: Ein Ruinenteil von Carthago

Günter Wirth stand mit Sidi Khiar Eddine Mohamed vor verschlossenem Eingang und konnte nur ganz wernige Aufnahmen machen. Es war ein Feiertag und die Arbeiten ruhten

 

Mit dem Triebwagenzug  fuhr Sidi Khiar Eddine Mohamed mit  Günter Wirth über Tunis zurück in das 20 km nordöstlichtlich von Tunis entfernte Künstlerdorf Sidi Bou Said (Sidi Bu Sa´id). Es liegt zwischen dem Felsen von Karthago und dem Golf von Tunis. Seinen Na- men hat es von einem hier unter Einsiedlern (marábouts) gelebten Mensch,  der dort den Sofismus entwickelte  und nach seinem Tod heiliggesprochen wurde. Der Hügel von Sidi Bou Said wird setdem als heiliger Ort verehrt.

 

Im 16.Jahrhundert  ließen sich im  Norden Tunesiens sowie im Süden Spaniens und Italiens die Mauren nieder  und prägten mit ihrer  Kultur und Architektur die Gebiete. Im Dorf Sidi Bou Side kann man das an den Fassaden und Türen deutlich sehen. Die Häuser sind weiß und haben blaue Verzierungen (die aber nicht arabisch sind) und einen besonderen Reiz ausstrahlen. 

 

Ein französisch-britischer Baron ließ sich in dem damaligen Fischerdorf nieder  und öffnete als Maler und Musikliebhaber seine Türen für Künstler.  Zu ihnen  gehörten als Deutsche  die Maler  August Macke  und Paul Klee,  die eine  Tunesienreise 1914 machten.  Der Baron sordte dafür, daß das Dorf 1915 unter Denkmalschutz gestellt wurde und vermachte nach seinem Tod 1932 sein Kulturgut dem Land Tunesien.

 

1957: Das Künstlerdorf Sidi Bou Side mit dem Golf von Tunis vom Felsen von Karthago aus gesehen

 1957:  Günter WIrth   ´Place Balo Souika´  im Ausstellungsstand der  UNESCO - Ausstellung   in Berlinj 1962 

1957: Materialbild "Tunesien" von Günter Wirth im Ausstellungsstand der UNESCO-Ausstellung 1962 in Berlin mit seinen arabischen Fundstücken und einem Foto von Sidi Khiar Eddine Mohamed