Günter Wirth
Günter Wirth

1957: Esther*** 

Esther Chillemi

Auf der Rückreise  von Sizilien  nach Neapel fuhr Günter Wirth  von Milazzio aus  mit einem Schiff nach Neapel  über das Tyrrenische

Meer (Mar Tirreno)  und durch die sieben  Äölischen  Inseln, Lipari, Vulcano, Alicudi, Salina, Filicudi, Stromboli  und Panarea.  Günter Wirth kannte bisher lediglich Stromboli und Vulcano.  Lipari ist der Hauptort der Gemeinde in der autonomen Region Siziliens und der Liparischen Inseln. Die Inseln sind Metropolitaninseln bze - Sädte von Milazzo. Ihre Haupstadt ist Lipari.

 

Günter Wirth  stand mit seiner mit dem Objektiv für längerer Sichtweite (145 mm)  angeschraubten Kamera   auf dem Mitteldecke des Schiffes und sah öfters  verstohlen nach einem auf einem liegesuhl ruhenden Mädchen.  Sie bemerkte es,  stand auf und kam zu ihm an die Reling. Sie bat ihn  um eine Aufnahme von ihr.  Günter ließ sich das  nicht zweimal sagen und tat es.  Während der etwa zwei- 

stündigen Fahrt bis zum Hafen von Lipari  unterhielten sie sich intensiv. Mit den Augen, Händen und. Füßen. Günter auf Neapolitano,.

das Mädchen auf sizilianisch. Englisch ging nicht, denn sie war in Catania, ihrem Heimatsort, aufgewachsen.  Günter Wirth wunderte

sich zweimal, erstens, daß sie als sizilianerin auf ihn zuging, zweitens über ihre Namen Esther, der nicht ialienisch klang.

 

Esther ´Estherina `Chillemi  wurde bei einem Besuch  bei ihrem Vater  in New York geboren worden  und automatisch  amerikanische Staatsbürgerin. Ihr Vater  war ein gebürtiger Sizilianer,  stand aber als Schiffskapitän in amerikanischen Diensten. Sie  war in  Catania aufgewachsen und konnte kein Wort englsch bzw. amerikanisch sprechen. Nun war sie mit ihrer Mutter ihen älteren Bruder, einen auf

Lipari stationierten Carabieneri Chillemi, zu besuchen. Die Carabinieri (Karabiner-Truppe) sind die Gendarmen italiens.

 

Der  Carabinieri Chillemi  stand am Kai  und wartete auf  seine Mutter und Schwester.  Kaum war Esther  von Bord gegangen,  wollte  Günter Wirth noch auf dem Schiff, ihr einen Brief an ihre Adresse in Catania schreiben  Da er aber seit seiner Freundschaft  mit Lucio Amelio seit 1954 nur immer Deutsch mit ihm gesprochen hatte, war er des Italienischen nicht mächtig, hatte lediglich nur wenige nea- politanische Wortfetzen  aufgeschnappt. So bat er  vier italieniche Mädchen  ihm behilflich zu sein  und  ihm  einen Liebesbrief  aufzu- setzen. Das taten die Mädels lachend gerne. Sie machten sich einen Spaß daraus und schrieben. Was sie ihm so aufschrieben  weiß er nicht.  Ein Wörterbuch  hatte er nincht zur Hand.  Er setzte nur seinen Wilhelm  darunter  und gab den Brief zur Post nach Catania. Der Erfolg stellte sich ein. Esther´s Antwort erreichte Berlin schneller als er.

 

In der Folge schrieben sich beide mehrmals in der Woche.  Da Günter für  jeden Brief von ihr  und seinem,  ein Wörterbuch benötigte,

lernte er dabei italienisch. Dann kam auch ein Brief ihres jüngeren Bruders Antonino ´Toni´ Chillemi, der Günter bat, ihm eine Adresse

eines  Berliner Mädchens  zwecks Korrespondenz mtizuteilen.  Es legte von sich  ein Porträtfoto bei.  Er sah überaus gut aus.  Günter zeigte es  drei Mädchen  im Haus der Deutsch-Sowjetischen-Feundschaft,  wo er Sonntags  immer einen Tanzkurs  besuchte  und mit

den  drei Mädels  an einem Tisch   zusammen saß und, spach er mit ihnen.  Ein Mächen  war interessiert und es kam zu einem Brief-

wecshel der Beide

 

Tonii hatte sich  in Catani als Fotograf betätigt und wollte nach Berlin kommen und an der Filmakademie studieren. Günter Wirth gimg

zum italienischen Konsulat und bat um Hilfe. Sie stellten ihm einen Dotmetscher, der Tonis Briefe  und seine Unterlagen studierte und

ihm in Allem behilflich war. Toni kam also nach Berlin,  bewarb sich an der Filmakademie und wurde Angenommen. Mit Toni und dem

Bruder von Adriana,  Armando Santamaria, ging Günter Wirth oft zusammem aus,

 

Als Toni seine Briefbekanntschaft zum ersten Mal traf,  war auf beiden Seiten  die Enttäuschung groß.  Für ihn war sie nicht blond ge-

nug und für sie einen Kopf zu klein. 

 

Während seines Studiums an der Filmakademie lernte Toni eine Blondine seines Geschmags kennen und nahm sie nach gemachtem Examen mit nach New York.  Günter Wirth hat nie mehr  etwas von ihnen gehört.  Seine Schwester Esther hatte sich noch eine Weile mit Günter geschrieben, war unheimlich begeistert  und stellte ihn vor die Wahl ebenfalls nach New York zu kommen.  Für Günter war

das ohne Examen und in Abhängigkei von seinen Eltern nicht möglich. Damit war dieses Kapitel Esther abgeschlossen. Von den New Yorker Chillemi´s hat er niemehr  etwas erfahren.