Günter Wirth
Günter Wirth

1955: Ruth ***

Dieser Blog ist ein echtes Zeitzeugnis über Straßen und Bauten, die es heute 2019 nicht mehr gibt. Em Jahr 1955  war Osterlin  noch wie in alten Vorkriegszeiten. Überall gab es rund um die Friedrichstaße  Kaffehäuüser. Tanzlokale und  Ballhäuser,  wenn auch vieles von von ihnen in Ruinen lag. An der Ecke der Friedrichstraße zu den  ´Unter den Linden´  war im Hinterhot eines an der Straßenseite 

ausgebrannten Hauskomplexes  im vierten Stock ein Tanzlokal,  dessen Namen Günter Wirth  heute 2019 vergessen hat.  Das Lokal war schmal  und sehr lang  und erinnerte an ein frühes Kino. Am ende des Raumes  war auf der linken Seite ein niedriges Podest für

die Band und auf der rechten Seite eine geschwungene Treppe, die zu eier kleinen Bar führte. Günter ging hiauf. Die Bar bis auf eine junge Dame, die an der Bar saß und etws trank,  leer .Er setzte sich zu ihr  und sie kamens ins Gespräch. .Er segte ihr, daß er West-

berliner sei  und an der  Bauakademie  in Schöneberg studiere  und Tiefbauingenieur werden wolle .Sie stellte sich vor und sagte, sie sei eine Pensionärin, weil sie als lunge Lehrerin bei Konferenzen immer einschlief.  Günter war erstaunt,  daß es soetwas in der DDR gibt,  daß man eine junge Frau pensioniert,  wenn sie bei Konferenzen einschläft.

 

Sie hieß mit Vonamen Ruth  und wohnte in der Nähe des Bodeuseums.  Ihr Vater war aus dem Krieg nicht zurückgekommen und nun wohnte sie mit ihrer Mutter  allein in einem abbruchreifen Altbau gegenüber dem H interausgang der Charité.  Da die Mutter  tagsüber zur  Arbeit war, verabredeten sich Ruth und Günter für den nächsten Tag in der Wohnung. Sie unterhielten sich  und machten auf der Couch Liebe.  Wenn man us einem der beiden Fenster blickte,  konnte man das Kommen und Gehen der Passanten sehen,  die den

kürzeren Weg durch den Hinterausgang der Charité nahmen. 

 

Da die Altbauten abgerissen werden sollten,  hatte man für die Insassen bereits in einem Neubau  gegenüber dem Friedhof,  auf dem gleich rechts  hitner dem Eingang die Grabstellen von  Helene Weigelt und  Berthold Brecht waren,  gemietet.  Die zugehörigen Keller durften bereits  mit Möbeln  und anderen Sachen  bestückt werden. Ruth hatte  u.a. eine Matratze  dort gelagert,  auf der sie  es  sich bequem  machen konnten. Rechts neben dem Friedhofseingang  war die Stammkneipe  von Brecht,  wo man  nach  Beendigung  der Theateraufführung  zu Feiern gewöhnt war.  Die drei  Wände waren  mit vielen  Fotos von Schauspielern und Regisseuen  behangen.

 

Günter Wirth war Miglied der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft geworden. Ihr Clubhaus wurde das  Freiherr-vom-Stein-Palais, das heutige Palais am Festungsgraben.  Es war ein Barocker Bau  mit drei Repräsentativen Räumen bzw. Sälen.  Mit einem roten, einem grünen  und einem Marmorsaal.  Im Obergeschoß  war eine  vorzügliche Küche  mit einem großen Speisesaal.  Als er einmal  es sich

gut gehen lassen wollte, bestellte er Fleischrouladen. Nach dem Essen lies er den Ober kommen und fragte nach der Rechnung. Der

Öber kam und sagte "Wenn´s geht, 26,50 Ost".   Günter erschrak,  denn damit  hatte er nicht  gerechnet  und hatte auch nicht so viel. Dann korrigierte der Ober und sagte "Wenn´s nicht geht, dann 2,60 Ost.". Günter war erleichtert. 

 

Sonntag Nachmittags war im Marmorsaal für eine Stunde ein Tanzuntrricht.  Günter hatte sich dazu angemeldet.  Der Tanzlehrer war bekannt für seinen Slow Waltz, den Günter sehr mochte und gerne tanzte.  Er ließ ihn stets mit einem rechten weiten Auswärtsbogen

ausführen.  Zur Unterstützung hatte er eine junge Dame und einen unscheinbaren Jüngling.  Der trug immer einen altmodischen  und verblichenen Zweireiher zu einem weißen Hemd und einer Krawatte. Sie mußten zur Anleitung die Schritte vormachen. Als die Dame einmal nicht so machte wie ihr Partner es wollte,  trennten sie sich. Günter sprang ein und wurde ab sofort ihr neuer Tanzpartner. Sie 

war war noch  sehr jung  und wohnte bei ihrem Vater,  der in der Wichertstraße,  einer Parallelstraße  zur Schönhauser Allee,  einen kleinen Kosmetikladen betrieb. Günter holte sie Sonntags von dort ab.

 

Am  12. zum 13.8.1961 begann man die Straßen an den Grenzen aufzureißen und die Mauer zu bauen. Am Sonntag, dem 13.8.1961

stand sie auf den Perron des S-Bahnhof´s Schönauser Allee und watete auf den Zug mit dem Günter kommen mußte. Als er ausstieg raunte sie ihm leise zu,  ob er Ostgeld mithatte. Günter verneinte,  denn mit 5,00 Westgeld konnte er sich gerade  die Monatskarte für die West-BVG kaufen und hatte kein Osrgeld auf einer der illegalen Weckselstuben Ostgeld einzutauschen.

 

Er sagte ihr, daß er schon sehr viel früher die Mauer gebaut hätte, damit die unsäglichen Zustände  an der Grenze aufhören und nun

Ruhe und Normalität einkehren.

 

Verstanden hat sie es bestimmt nicht.  .

 

Günter Wirth  hätte es  als  Grenzgänger   auch leichter  haben können  und würde sich jederzei  ausweisen können.  Er hatte  außer dem DDR-Künstlerausweis  und den Ausweisen  als Mitglied des Kulturbundes  und der DSF,   die er bei sich trug,  und daß er 1954

in einem Westberliner Diplomatemauto schoffiert wurde, was der Stasi bekannt war.

 

Wenn die Tanzstunde vobei war, konnte alle Anwesenden Gäste tanzen.  Zwei ältere Frauen standen als Aufpasser  bereit, daß man

nicht  unsittig wurde  und wild tanzte.  Boogie und  solche Arten  waren verboten.  Aber Günter Wirth  hielt sich nicht daran  und seine jeweiligen Tanzpartnerinnen  ebensowenig.  Sie liebten es,  die Aufsehenden  zu foppen  und  wenn immer  der Ausrutscher bei dem

Slow Waltz kam,  konnte man ein paar Schritte  Boogie einlegen.  Wenn sie dann  auf das Tanzpaar zugingen  um sie zu maßregeln,

wechselnten sie schnell zu einer sittlichen Tanzart und freuten sich, daß die Frauen unverrichtet wieder zurück kehrten.

 

1954: "A Marechiaro de sta´na fenesta".

Aber nun zurück zu " Ruth" .

 

Als Günter Wirth dieses Bild von der Ausstellung im Haus der DJF zurück holte, ging er noch bei Ruth in ihrer neuen Wohnung vorbei und stellte das Bild gegenüber der Couch an die Wand,  sie hatten keinen Fensterblick mehr  übirig auf den Friedhof  von Brecht  und seiner Frau Helene Weigelt,  sondern liebten sich  ausgiebig  auf der Matratze.  Ruth bat Günter,  sie von hinten  zu nehmen,  was ihr mehr Genuß bereitete.

 

Ein oder zwei Wochen später ging Günter Wirth wieder in das Etablissement