Günter Wirth
Günter Wirth

1945: Währungsgefälle***

Clement Atlee (Nachfoger von Churchill), US-Prädident Truman und Stalin auf der

Potsdamer Konferenz. .

 

Man war sich einig, ein Deutschland darf es nicht mehr geben. Es wurde in verschiedene Zonnen aufgeteilt. Ein Teil sogar wieder-

rechtlich den Polen und Sowjets übergeben. Einen Friedensvertrag zwischen den Alliierten und dem ehemaligen deutschen Reich

wurde bis heute nicht geschlossen. Deutschland hatte nicht kapituliert, nur die deutschen Streikräfte. Das Deutsche Reich mit den äußeren deutschen Gebieten blieb bestehen.

 

Die Amerikaner hatten bereits noch während des Krieges in ihrem Land die Briefmarken und Geldscheine für Ihre neue Kolonie Deutschland gedruckt. Sie hatten ein Goßes M, was wohl Militär heißen sollte. Gleich nach der Eroberung führten sie die Marken und

Geldscheine in den von ihnen besetzten Gebieten ein. Die Franzosen und Briten wurden als ebenfalls besetzte Länder gezwungen, dem zu fogen. Die Engländer begannen also nun auch die M-Marken zu drucken. Aber sie waren unterschiedlich. Sie waren etwas kleiner als die amerikanischen und hatten eine andere Zähnung. Die Franzosen weigerten sich und gaben für ihe Gebiete wie Baden, Rheinland.Pfalz, Saarland usw. eigene und sehr schöne Marken heraus. Freimarken und Sondermarken mit Motiven des jeweiligen Landes. Aber dann mußten sie sich dem Druck der Amerikaner beugen. Nicht so die Russen! Anfangs waren Städte und Länder gezwunden, eigene Marken zu drucken. Sie waren behelfsmäßig und wenig schön

 

Bis in Leipzig eine für Deutschland einheitliche Markenserie von Frei- und Sondermarken gedruckt werden konnte. Eine Weile gings gut. Nur in Berlin blieben die Berliner Marken bestehen, denn Berlin war ein eigenes Land und gehörte nicht zu den Westmächten  mit und ihren besetzten Gebieten. Als die West- Berliner ebenfalls gezwungen wurden die amerianische Währung zu übernehmen wurden die Berliner Marken in ROT und SCHWARZ überdruckt. Die mit ROT überdruchten mußten mit Westgeld, die mit Schwarz überdruckten mit Ostgeld bezahlt werden. Beide Sorten waren nebeneinander gültig, aber der Wertunterschied war zum Anfang 10:1 und änderte sich zusehends bis er sich auf 4:1 einpendelte. 

 

Ein Umtausch zwischen den beiden Währungen war wegen Nicht-Konvertierbarkeit in den Weltbanken nicht möglich. Dafür schuf man in West-Berlin die illegalen Wechselstuben. Die Ostdeutschen mußten, wenn sie etwas im Westen kaufen wollten erst ihr Geld 4 zu 1 eintauschen. Als Günter Wirth auf der Bank von Sizilien 1954 sich  Westmark gegen Lire eintauschen wollte, traute er seinen Augen nicht. Das kann doch nicht sein!  Da standen auf einem Schild die Umtauschwerte der verschiedensten Währungen zum Lire:  Auch die von Germania Occidentale und Germania Orientale. Und die waren ganz anders. Danach war die Ostmark doppelt so viel wert wie die Westmark. Wie das? Günter Wirth  mußte sich damit befassen und sich schlau machen. Da die Ostmark an den Rubel, die Westmark an  den Dollar gebunden waren und der Warenaustauch zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten auf einen Kurs 1 Rubel = 2 Dollar festgelegt war, wurde ihm nun auch klar, warum eine französische Schallplatte in Ostberlin 5,00 bis 6,00 DM-Ost und die gleiche Platte im Westen DM-West 15,00 bis 16,00 DM-West kostete. Der gleiche krasse Unterschied war auch bei anderen Sachen vorhanden, so bei Französichen Kosmetika oder Bulgarischen Keramiken. Also konnte er die Platte in Ostberlin mit seinen illegal erworbenen 5,00 DM-Ost für 1,25 DM-West erwerben. In einem Buchladen in der Friedrichstraße war gegenüber ein Laden mit bulgarischen Keramiken. Ein komplettes Kaffee-Servive für 10,00 DM-Ost und ein Schnaps-Servive für 10,50 Ost-Mark. Der Verkäufer, ein Potsdamer, den  Günter Wirth gut kannte, gab ihm seinen Personalausweis und er ging rüber und kaufte beide Service. Alles zusammen also für umgerechnet  etwa 5,00 DM-West. Übrigens: viele Schulbücher und vor allem Kunst- Bücher wurden in Leipzig gedruckt . Die hatten den gleichen Preis nur mit dem Unterschied hier in DM-West, dort in DM-Ost. Hamanns Kunstgeschichte 50,00 DM-Ost bzw. 50,00 DM-West. Illegal also für 12,50 DM-West. Bei jedem Einkauf in Ostberlin mußte der Personalausweis vorgezeigt werden um sicherzustellen, daß es rechtmäßig erworbenes Ostgeld ist. Die Verkäufer schauten oft nicht genau hin, ihnen war es nicht so wichtig, sie wollten ja verkaufen .

 

Die gesamtdeutschen  Briefmarken wie auch das Geld  paßte den Amerikanern  natürlich nicht. Sie überdruckten die Gesamdeutschen Serien wenig schön mit Posthörnern und Bändern und erklärten die Deutschen Marken und Geldscheine für ungültig. Nun strömte die Flut der ungültig gewordenen Marken und das Geld ab in Richtung Osten. Es drohte der Sowjetischen Besatzungsmacht eine Inflation und so entschieden sie sich zu einem Notbehelf. Die druckten kleine Rabatt-ähnliche Aufkleber und teilten der eigenen Bevoölkerung nur eine kleine Menge zu. Diese konnten sie auf ihre Geldscheine kleben. Die Kuponmark war geschaffen und es gab nun zu der in den Westzonen ungültig gewordenen Reichsmark und den Kupon-Scheiben einen erkennbaren Unterschied. Es war die Zeit zwischen Ost- und Westmark. Das alles ist relevant und kann jederzeit belegt werden. Jeder kann in seinen oder in einer Leihbibliothek auszuleihenden Michel-Spezial-Katalog reinschauen. Für jede Briefmarke und Briefmarkensatz sind hier die Ausgabedaten vermerkt. Die Amerikaner hatten es geschafft, Deutschland war geteilt. Die Amerikaner gingen voran, die Sowjets waren immer gezwungen, nachzuziehen.

 

ENDE