Günter Wirth
Günter Wirth

1945: Rückkehr nach Berlin

 

1945

Nun war Berlin und Thüringen sowjetisch besetztes Gebiet und die Wirths durften als Berliner zurück in ihre Heimatstadt. Sie kamen mit der Eisenbahn bis zur Endhaltestelle Anhalter Bahnhof. Beim Aussteigen waren frei gekommene Polen sofort zur Stelle, nahmem ihnen Koffer und alles Gepäck ab, warfen die Sachen unter dem Wagon zur anderen Seite hindurch, wo sie von ihren Kumpels auf- und weggetragen wurden.

 

Wie sie nach Charlottenburg und zu ihrem Haus kamen weiß Günter Wirth nicht mehr, zu schleppen hatten sie ja nun nichts mehr. Das Haus war eine halbe Ruine. Eine Luftmine war bis zum Keller durchgeschlagen und hatte den linken Flügel, Hausflur und einen Teil des rechten Flügels zum Trümerberg verwandelt. Dabei wurde eine Frau mit ihem kranken Jungen, der wegen ansteckender Krankheit  nicht in den allgemeine Luftschutzkeller durfte und im hinteren Teil des linken Seitenflügels einen Kellerraum fand, getötet.

 

Mit dem Hausflur und Treppenaufgang war auch ein Teil von Wirths Wohnung weg. Die Küche hatte nur noch die reche Wand, die Uhr hing an der Wand, die Tür zur Speisekammer stand offen und man sah dort die in den Regalen stehenden Einweckgläser. Der Trümmerhaufen reichte bis über das zweite Stockwerk hinauf.

 

Günter Wirth bekam mit seiner Großmutter, Mutter, Vater und der vor den Sowjets aus Preußisch-Holland geflohenen Herta Hoppe, die ja die Familie Wirth nach Berlin begleitet hatte, eine Bleibe zugewiesen.

 

ENDE