Günter Wirth
Günter Wirth

1940: Alt-Reddewitz

Heinrich Wirth   kommt  mit sehr verschlechterter Sehkraft  vom Frankreich Feldzug zurück  und wird als Unteroffizier  ans OKH,  dem Oberkommando des Heeres  im  Bendler Block in Berlin-Schöneberg versetzt. Sein Sohn   holte ihn nach Dienstschluß  öfters am Tor ab. Seinen Heimaturlaub  muß er jetzt nachholen  und er bucht  einen  Bauernhof-Ferienaufenthalt  für sich und seine Familie  auf der

Insel Rügen in Alt-Reddewitz bei Thissen.  Der Ort liegt auf einer langgestreckten  und nur durch morastisches Gelände  erreichbaren

Halbinsel. Die Familie  wohnte bei einem Bauern,  der auch eine Kaninchenzucht hatte,  für Günter Wirth eine Freude.  Zum Abschied und zur Rückkehr nach Charlottenburg  durfte er sich  ein Kaninchen  zum Mitnehmen aussuchen  und wählte sich  ein weißes Albino mit roten Augen. 

 

Nicht weit vom Bauernhof  war eine Anhöhe mit einem Ausbildungslager der Flieger-HJ.  Da war neben einem Jugendheim auch eine Werkstatt und ein Gleithang für die Ausbildungsmaschinen SG 38. Günter Wirh trieb sich da tagelang rum. Und obwohl er nur ein DJ-Pimpf war,  noch nicht einmal in der HJ, durfte er ausnahmsweise zweimal  selbst mit einer SG 38 starten. Beim erstenmal klappte es großartig, er wurde übermütig, zog beim zweitenmal den Knüppe l zu weit an, sah die Sonne und machte eine Bruchlandung in einem Kornfeld. Das war nicht weiter schlimm  und konnte schnell in der Werkstatt  repariert werden. Aber mit der Fliegerei  war es nun erst- einmal aus. Nach dem Krieg  hat er die Stelle der ehemaligen Fliegerschule besucht.  Aber außer den Grundmauern  der ehemaligen Werst  war nichts mehr zu sehe. Die noch verbliebenen Maschinen wurden  nach der sowjetischen Einnahme verbrannt. Zurück blieb nur die Erinnerung an schöne und erlebnisreiche Stunden.

 

Günter  ließ das Albino  dreimal  bei Onkel Otto,  dem Bruder  seines Vaters,  der in Tegel  ein Grundstück hatte  und als Hobby  eine Chinchillazucht betrieb, decken. Sein Albino fraß bei dem ersten Wurf die Jungen auf, der zweite Wurf ergab 2 Junge, der dritte dann 6 Junge. Günter hatte nun eun Karnickel. Heinrich Wirth baute zwei große Kaninchenställe und wenn  das Gras vom Bahndamm zum trocknen auf dem Balkon ausgebreitet war, legte sich Günter darin aus und ließ die 9 auf sich herumhoppeln.

 

ENDE  (überarbeitet und ergänzt am 11.5.2018) FERTIG