Günter Wirth
Günter Wirth

1938:  Militärausbildung ***

Gardefüsiliere auf dem Kasernenhof Jüterbog

 

Wie schon sein Vater und Großvater bei den Gardekürassieren, den sogenanten Maikäfern gedient hatte, meldete sich Heinrich Wirth

ebenfalls zu den Maikäfern und wurde dort als Infanterist in Jüterbog 1938  ausgebildet.  Nach seiner Ausbildung  wurde er als Unter- führer-Anwärter entlassen und einige Monate später zum Wehrdienst einberufen.

 

Als es  Ende 1939  zum Krieg kam  wurde  Heinrich Wirth  als Infantrist  im Polen-Feldzug  eingesetzt.  Nach Ende  dieses Feldzuges wurde er auf Grund seiner Ausbildung als Geometer zur Artillerie versetzt. Während die Infateristen Weiße Einfasungen um Schulter- stücke und Kragen hatten waren sie bei den Artilleristen Rot. Weiterhin hießen Feldwebel  bei der Artillerie Wachtmeister.

 

Die Vermessungsabteilung der Artilerie war direkt dem OKH (Oberkomando des Heeres unterstellt und hatte ihre Werkstätten in dem

Bendler-Block in Schöneberg. Günter Wirth holte iseinen Vatef nach Dienstschluß oft ab und erwartete ihn am Tür. Sie fuhren mit der

Straßenbahn oder liefen zu Fuß bei schönem Wetter nach Charlottenburg. Waren sie zu Fuß wunderte sich Günter darüber, daß sein 

Vater öfters das gemeinsame Gespräch unterbrach  und sich intensiv eine Auslage eines Schaufensters anschaute.  Da gab es nach

Meinung von Günter aber nichts besonderes zu sehen.  Dann begirif er,  sein Vater, Unteroffizier,  wollte einen ihnnen entgegen kom- kommenden SS-Mann ncht grüßen. Sie sprachen aber nie darüber.

 

Ende 1939  wurde  die Vermessungsabteilung  des Oberkomandos des Heeres  wegen  zunehmenden Tagesangriffen  der britischen

Luftwaffe  zur Bereistellung nach  Aachen versetzt.  Hier hatten sie ein paar Tage eine schöne Zeit.  Heinrich Wirth hat lange Zeit von Aachen geschwärmt und die Tage dort genossen. Die Vermessungsabteilung druckte die  erste Weihnachts-Festschrift, der noch drei folgen sollten. In der ersten wurde der Polenfeldzug behandelt., in den folgenden Jahren bis 1942 wurde über den Vormarsch über

Elsass-Lothringen, Eupen+Malmedy, Straßburg und  und Frankreich berichtet. Es wurden Glossen, Karikaturen und Zeichnungen ein-

geblendet. Heinrich Wirth wurde als Träumer beschrieben, der daran glaubte, bald wieder zu Hause zu sein. Der Sohn eines seiner Kameraden fragte im Heimaturlaub der Tätigkeit des Vaters und der erzählte ihm unter anderen Sachen auch von den riesigen Ma- schinen der Vermessungsabteilung. "Was ist denn eine  Verrechnungsmaschine?" Der Vater berichtigte "Das heiß nicht  V e r mes- sungsmaschine, sonder Vermessungsmaschine". Darauf der Sohn "Ja, warum nennt ihr euch denn  dann 

 

t  und kam  mit dem 1.Zug und der 2.Staffel nach dem Elsas und Eupen-Malmedy

waren .  Das Elsas war wieder

Deutsch. Von Aachen hat Heinrich Wirth lange geschwärmt und er hat die kurze Zeit dort genossen. Dort druckte die Abteilung zu den Weihnachtsfeierlichkeiten eine Festschrift, die den Polenfeldzug behandelt. In den folgenden Jahren bis 1942 wurden weitere 

Weihnachts-Festschriften verfaßt und gedruckt.

 

Sie erwarteten den Befehl zum Angriff auf die bereigestellten Armeen der Belgier, Franzosen und  Engländer. Sie warteten und war- teten. 

 

Weieres siehe im Blog Heinrich Wirth in Frankreich!

 

W

 

BAUSTELLE

Frankreich. In einer langen LKW-

Kolonne wurde die Verrmessungsabteilung mit ihrem Maschinenpark und den in einze en Staffeln gegliederten Mannschaften befördert. Heinrich Wirth gehörte dem 1.Zug der 2.Staffel an.

 

Zu Weihnachten 1939  druckte die Vermessungsabteilung  die  erste Weihnachtfestschrift  mit einem Rückblick  auf die Ereignisse  in

 

Polen  und geht über  zu  den Ereignissen  während des Vordringens  in Frankreich.  Es enthält Zeichnungen  von Landschaften  und Bauten der Französichen Kanal- und Atlantikküste, Fotos, Anekdoten und Glossen. In den folgenden Jahren bis 1942 wurden weitere Festschriften gedruckt.

BAUSTELLE

Die Vermessungsabteilung vermaß die gesamt französische Küste von Belgien bis zur Biskaia.  Heinrich Wirth wurde  zum Gefreiten, Obergefreiten und Unteroffizier  befördert  und bekam Heimaturlaub  zum Besuch seiner evakuierten  Familie in Preußisch-Holland in Ostpreußen.

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Als  Heinrich Wirth´s Sehkraft  sehr nachließ,  wurde er 1942  als Unteroffizier  an das  Oberkomando der Wehrmacht  in den Berliner Bendler-Block versetzt und kurz darauf 1943 zum Stabswachtmeister befördert. Die Abteilung für Luftbildauswertung und Herstellung von  Kartenmaterial  wurde nach Saalfeld  in Thüringen  in die Schokoladenfabrik Mauxion verlagert. 1944 wurde ihm  das Kriegsver-  dienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern verliehen.