Günter Wirth
Günter Wirth

1928: Heinz Otterson***

 

Heinz Otterson  wurde 1928  in Schlesen geboren  und studierte ab 1946  an der  Dresdner Kunstakademie.  !953 ging er nach Berlin und studierte von 1953 bis 1959  in der Klasse von Professor Friedrich Stabenau Gra fik.  Als er mit seiner  ersten Frau und KInd eine Bleibe suchte,  fand er  bei  Günter Wirth  in dessen Atelier  in der  Charlottenburger  Krummestraße  gegenüber  der Badeanstalt  ein gerade von  zwei Tschcechen (ehemalige Fremdarbeiter)  leergewordenes Zimmer. Da es mit 50.00 zu teuer für ihn war und Günter´s Atelier mit nur 1 Fenster zur Straße hin, mit 35.00 billiger war, tauschten sie die Räume. Günter hatte das kleine Atelierzimmer gerade

mit seiner Freundin Kerstin Sander eingeweiht und ihre Mutter wollte beiden ein leerstehendes Bett schenken. Nun mußte Günter das große zweifenstrige Zimmer nehmen.  Da es such ihm zu teuer wurde,  nahm er noch einen Architekturstudenten der HfBK als Mitbe- wohner auf.  Sie teilten sich  das Zimmer durch  eine Stellwand.  Günter nahm die Fensterseite, der Architekt  die Zürseite.  Damit sie nicht von der älteren Vermieterin zu oft gestört werden wollten, stellten die einen schweren Schreibtich  hinter den Durchgang, sodaß jeder,  der rein wollte,  unten hindurch kriechen mußte.

1963: "Verweste Reiter", Leinwandbild von Heinz Otterson

 

Heinz Otterson trennte sich von Frau und Kind und verblieb in der Schmiede im Hinterhof der Haubachstraße und nahm etwas später ein kleines Zimmer im Hochpaterre des Vorderhauses. 

 

Wenn ihm die Kälte und der Dreck  in der Schmiede  zu viel zu schaffen machte,  flüchtete er zu  Günter Wirth in die  Galerie Dagmar Wirth  in der Wundtstraße 19  und setzte sich an den langen Galerietisch  und arbeitete  wie ein Besessener  mit Temperafarben  und Feder. Es entstanden viele schöne Gouachen und Federzeichnungen.

 

Als Heinz Otterson das erste Mal in der neuen Galerie Dagmar Wirth austellte,  hatte er nur ungeramte Blätter mit.  Günter Wirth  ver-kaufte mehrere Briemarkensammlungen und bezahlte mit dem Erlös ihre Einrahmung in einer kreuzberger Rahmenfabrik.  Zu der Er- öffnung kamen lediglich  Bekannte und Feunde. Vom KURIER kam ein Reporter Lange  und schrieb eine Glosse:  "Biederer Bürgers- mann lädt wildbärtigen Gesellen in seine geputzte Stube ein, um Bilder geordnet an den Mann zu bringen."